Statement zur aktuellen Lage in der Türkei

"Wir spüren es alle, die deutsch-türkischen Beziehungen gehen derzeit durch eine ihrer schwierigsten Phasen.

Die türkische Bevölkerung hat sich dem Putschversuch widersetzt, auch alle Parteien in der Türkei haben sich dagegen gestellt. Seitdem sehen wir aber Maßnahmen, die mit Demokratie und Rechtsstaat nur noch wenig zu tun haben. Wir sehen, wie Staatspräsident Erdogan ein ohnehin schon tief polarisiertes Land noch weiter spaltet. Anstatt zusammen zu führen und zu einen, isoliert er die Türkei mit seinem autokratischen Kurs mehr und mehr - und führt sie weg von Europa.

Als deutsch-türkische Parlamentariergruppe halten wir Kontakt zum türkischen Parlament, als Bundestagsabgeordnete aller Fraktionen engagieren wir uns für Austausch und Verständigung:
Wir haben Kontakt zu Parlamentariern, aber auch zu Journalisten und Menschenrechtsorganisationen und in die Zivilgesellschaft hinein.

Die jüngsten Entwicklungen machen unseren zukünftigen Austausch wahrscheinlich noch schwerer. Aber wenngleich er manchmal anstrengend ist, wenngleich unsere Möglichkeiten der Einflussnahme begrenzt sind: Ich bin überzeugt, es muss diesen Dialog auch nach den Ereignissen der letzten Tage weiterhin geben. Gerade jetzt ist es wichtig, unsere Sicht klar und deutlich zu machen. Viele Menschen in der Türkei erwarten von uns, dass wir Position beziehen, dass wir uns weiterhin einsetzen für unsere demokratischen Werte."